Wirtschaftszahl des Monats Archive - Caring Economy
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Wirtschaftszahl des Monats

Lohntransparenz ist kein Risiko für gute Entscheidungen, sondern für schlechte  

Eine dänische Studie: die Dänische Lohntransparenzreform 2006 wurde von Bennedsen et al. 2019 ausgewertet. Diese viel beachtete Studie untersuchte die Auswirkungen der dänischen Lohntransparenzregelung, die Unternehmen verpflichtete, geschlechtergetrennte Lohnstatistiken offenzulegen. Die Forschenden zeigen, dass sich der Gender Pay Gap in den betroffenen Unternehmen um rund 2 Prozentpunkte beziehungsweise 13 % des ursprünglichen Niveaus verringerte. Differenziert betrachtet beruhte dieser Rückgang jedoch vor allem auf einem geringeren Lohnwachstum bei Männern und weniger auf steigenden Löhnen von Frauen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Lohntransparenz zu faireren und besser begründbaren Gehaltsentscheidungen beitragen kann, auch wenn sie die strukturellen Ursachen geschlechtsspezifischer Einkommensunterschiede nicht allein beseitigt....

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Gesundheit – ein Kostenproblem oder ein Wachstumstreiber?

Gesundheit für mehr Humankapital? Ein schwieriger Begriff: "Länder müssen mehr in Bildung und Gesundheit investieren, um ihr Humankapital zu stärken und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Das fördert nachhaltiges Wachstum. Humankapital ist entscheidend, um Produktivität zu steigern und langfristigen Wohlstand zu sichern." Der Begriff "Humankapital" bezeichnet in der gängigen ökonomischen Theorie die Gesamtheit individueller Fähigkeiten und Kenntnisse. Diese Definition ist jedoch nicht neutral: Sie setzt voraus, dass menschliche Eigenschaften grundsätzlich als Kapital formulierbar sind – als etwas, das investiert, gesteigert und verwertet werden kann. Damit werden ungleiche Machtverhältnisse systematisch ausgeblendet. Der analytische Fokus verschiebt sich vom Menschen auf seine ökonomische Nutzbarkeit, während...

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708 Millionen – die Wirtschaft schließt ihre eigene Grundlage aus.

Weltweit können rund 708 Millionen Frauen im erwerbsfähigen Alter nicht an Erwerbsarbeit teilnehmen, weil sie unbezahlte Care-Arbeit leisten. Bei Männern sind es etwa 40 Millionen. Somit schließt dies Wirtschaft sich selbst aus. Nicht trotz der Wirtschaft, sondern wegen ihr. Dies entspricht einem sehr großen Anteil der Frauen im erwerbsfähigen Alter (40%), die aus diesem Grund außerhalb des Arbeitsmarktes stehen – ein deutliches globales Ungleichgewicht. International Labour Organization, 2023. Care-Arbeit umfasst Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen sowie Hausarbeit – Tätigkeiten, ohne die keine Gesellschaft funktionieren kann. Dennoch sind sie überwiegend unbezahlt und ungleich verteilt: Der Vergleich "708 Millionen Frauen : 40...

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381 Millionen Jobs: Warum die Care-Ökonomie ein globaler Jobmotor ist

Im August 2025 gewann Care – Fürsorge, Sorgearbeit und Selbstfürsorge – in Lateinamerika und der Karibik deutlich an politischer, rechtlicher und ökonomischer Aufmerksamkeit. Mit dem Compromiso de Tlatelolco riefen die Mitgliedstaaten der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) eine Dekade der Aktion für Geschlechtergleichheit und eine Care Society (2025–2035) aus. Parallel dazu gewinnt die rechtliche Anerkennung von Care als Menschenrecht in regionalen Policy-Debatten und ECLAC-Dokumenten zunehmend an Dynamik. Damit wird Care zunehmend nicht mehr als private Angelegenheit von Haushalten verstanden, sondern als strukturelle Grundlage von Wohlfahrt, wirtschaftlicher Entwicklung und sozialem Zusammenhalt. The right to care: ein neuer menschenrechtlicher Rahmen Ein zentraler Paradigmenwechsel...

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Der Vierte Wirtschaftssektor

Das klassische Drei-Sektoren-Modell der Volkswirtschaftslehre unterscheidet zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärsektor. Zentrale Leistungen der Sorge- und Versorgungsarbeit werden darin jedoch nur unzureichend erfasst. Diese Tätigkeiten folgen einer eigenen ökonomischen Logik und unterscheiden sich in ihrer Qualität von anderen Dienstleistungen. Zudem bleibt ein großer Teil der unbezahlten Arbeit in ökonomischen Analysen unsichtbar. Neueste Daten zur unbezahlten Arbeit und zur Sorge- und Versorgungswirtschaft zeigen das Ausmaß dieser Leerstelle: Werden in der Schweiz alle geleisteten Arbeitsstunden zusammengezählt, entspricht das Arbeitsvolumen im vierten Wirtschaftssektor – der Sorge- und Versorgungswirtschaft – nahezu drei Vierteln aller Arbeitsstunden der Gesamtwirtschaft. Die Sektorisierung macht sichtbar, wie viel unbezahlte Arbeit...

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Der Kosten-Verschiebungseffekt

Einsparungen im Sozialbereich - Der Denkfehler mit Folgen: Wenn Einsparungen im Sozialbereich gefordert werden, wird Effizienz meist wie eine einfache Rechenaufgabe behandelt: weniger Ausgaben, mehr Effizienz. Doch dieser Zugang ist politisch bequem und ökonomisch kurzsichtig. Ökonominnen wie Mariana Mazzucato zeigen, dass betriebswirtschaftliche Effizienzmaßstäbe nicht nur für den Staat ungeeignet sind, sondern auch in der Privatwirtschaft selbst kein verlässliches Maß für gesellschaftliche Effizienz darstellen. Was als effizient gilt, bedeutet in vielen Unternehmen vor allem Kostenverlagerung: Risiken werden ausgelagert, soziale und ökologische Folgekosten externalisiert, öffentlich finanzierte Infrastruktur genutzt, ohne ihren Wert anzuerkennen. Diese Form der Effizienz funktioniert nur, weil andere – Beschäftigte, der...

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Wirtschaftszahl November

Die Welt steht emotional unter Druck Dieser Artikel basiert auf den Ergebnissen der Studie „State of the World’s Emotional Health“ vom Institute GALLUP (2025). Im Jahr 2024 gaben weltweit 39 % der Erwachsenen an, am Vortag starke Sorgen empfunden zu haben – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber 2014. Diese Entwicklung verdeutlicht die deutlich gestiegene emotionale Belastung der vergangenen zehn Jahre. Sorgen und Stress werden damit zu wichtigen globalen Risikoindikatoren: Sie dienen als Frühwarnsignale für gesellschaftliche Instabilität sowie zunehmende gesundheitliche und soziale Risiken, die sich direkt auf Produktivität, Gesundheitssysteme und wirtschaftliche Entwicklung auswirken. „Worry … remains five points higher than it...

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Verdeckte Gefahr

Versteckte Armut in Österreich Wer in einem Haushalt mit einem Gesamteinkommen über der Armutsgefährdungsschwelle lebt, gilt offiziell als „finanziell abgesichert“. Doch was, wenn dieses Einkommen nicht allen im Haushalt wirklich gehört? Genau das untersucht die Studie „Versteckte Armut? Das Armutsrisiko von nicht-alleinlebenden Frauen in Österreich“, durchgeführt von Katrin Gasior (saspri) im Auftrag der Caritas-Österreich, 2025). Das Ergebnis ist eindeutig: Das Armutsrisiko von Frauen wird massiv unterschätzt, vor allem, wenn sie nicht allein leben. Hinter der Fassade gemeinsamer Haushalte steckt oft finanzielle Abhängigkeit, fehlende Entscheidungsfreiheit und ein hohes Risiko, bei Krisen wie Trennung, Jobverlust oder Krankheit unter die Armutsgrenze zu rutschen. Wer sich...

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Was Gewalt kostet

Alle Zahlen und Fakten stammen aus dem Global Peace Index 2025 des Institute for Economics & Peace Aktuell wird auf- und nachgerüstet – oftmals zeitgleich kommuniziert mit scheinbar erforderlichen Einsparungen im Gesundheits- und Sozialbereich. Permanent wird verlautbart, dass „unsere Demokratien in Gefahr“ seien und wir uns schützen müssten. Politiker:innen und die Berichterstattung rund um das Auf- und Nachrüsten vergessen dabei jedoch, dass Friedensarbeit nicht erst am Verhandlungstisch beginnt. Wenn wir bereits dort angekommen sind, haben zahlreiche Mechanismen für mehr Frieden nicht gegriffen bzw. wurden durch Einsparungsmaßnahmen ausgehungert. Nationen, die Einsparungen im Gesundheits- und Sozialbereich propagieren, weil es sich in ihrer Logik...

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Frauen leisten unverändert mehr unbezahlte Arbeit als Männer pro Woche, DE (2012 und 2022)

Unbezahlte Arbeit bleibt in Deutschland unsichtbar – trotz ihrer entscheidenden Rolle für Gesellschaft und Wirtschaft. Neben der unbezahlten Sorgearbeit, die weiterhinübersehen und nicht ausreichend gewürdigt wird, stehen auch grundlegende Rechte von Frauen und Minderheiten zunehmend unter gesellschaftlichem Druck. Diese Rechtewerden von politischen und gesellschaftlichen Kräften fremdbestimmt, die traditionelle Rollenbilder und Einschränkungen verstärken wollen. Ein Ausdruck der Retraditionalisierung des öffentlichen Diskurses ist die moderne Hexenjagd auf die Kandidatin für das deutsche Verfassungsgericht, Brosius-Gersdorf – eine renommierte Wissenschaftlerin, die sich in einer Kommission verfassungsrechtlich für die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs vor der zwölften Woche und damit für die Stärkung der reproduktiven Rechte von...

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