Eine Wirtschaft ohne Sorgearbeit funktioniert nicht
Eine Wirtschaft, die ihre eigenen Grundlagen abbaut, ist nicht effizient – sie ist kurzsichtig.
Viele aktuelle wirtschaftspolitische Entscheidungen beruhen auf Managementlogiken, die ihre eigenen Voraussetzungen nicht erfüllen. Sorge-, Pflege- und Versorgungsarbeit werden systematisch ausgeblendet, obwohl sie eine grundlegende Voraussetzung wirtschaftlicher Produktivität sind. Was man nicht sieht, wird nicht gerechnet – und was man nicht rechnet, wird politisch vernachlässigt.
Gleichzeitig werden Begriffe wie Effizienz, Wertschöpfung und Ressourcenschonung verwendet, ohne ihre realen Effekte zu prüfen. Effizient erscheint, was kurzfristig Budgets entlastet – auch wenn es langfristig Menschen erschöpft und soziale Infrastruktur destabilisiert. Sparpolitik im Sozial- und Gesundheitsbereich wird dabei häufig als ökonomische Vernunft dargestellt.
Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Verschiebung von Kosten: von öffentlichen Budgets auf einzelne Menschen, von Institutionen in private Haushalte – überwiegend auf Frauen. Das ist keine funktionierende Ökonomie. Es ist schlechte Steuerung. Dysfunktionale Managementmodelle gelten als alternativlos, obwohl ihre Folgen empirisch bekannt sind: Fachkräftemangel, Überlastung, sinkende Qualität und gesellschaftliche Instabilität.
Eine Wirtschaft, die ihre eigenen Grundlagen abbaut, ist nicht effizient – sie ist kurzsichtig. #Stillgelegt ist eine Intervention, die diese Logiken sichtbar macht: durch Unterbrechung, durch kollektives Innehalten. Der 9. März markiert keinen Ausfall, sondern einen Realitätscheck. Ohne Sorgearbeit, ohne soziale Infrastruktur, ohne die Arbeit von Frauen gibt es keine Wirtschaft. Das ist keine Ideologie. Das ist eine sachliche Feststellung.
„Wenn mich Menschen fragen, warum ich mich für diesen „Globalen Women´s General Strike“ engagiere, dann wundere ich mich immer, warum sie sich nicht engagieren, warum nicht klar ist, dass es so nicht weitergehen kann. Es gibt so viele Argumente, es geht alles so langsam voran und leider gewinnen gerade wieder Autokraten Aufwind.“
– Elisabeth Sechser
Wir sehen uns am 9.3. um 14:00 vor dem Parlament. Hier alle Termine und wie man mitmachen kann >>