Die Care Society (Sociedad del Cuidado) – Was Europa von Lateinamerika lernen kann
DACH & LATAM Online-Lesung | Montag, 23. März 2026 | 17:00–18:30 Uhr (MEZ) | online
Im August 2025 wurden in Lateinamerika und der Karibik zwei Entscheidungen getroffen, die das Verständnis von Gesellschaft, Wirtschaft und Menschenrechten grundlegend verändern. Care – Fürsorge, Sorgearbeit und Selbstfürsorge – wird politisch, rechtlich und ökonomisch ins Zentrum gestellt.
Am 15. August 2025 riefen die Mitgliedsstaaten der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC/CEPAL) mit dem Compromiso de Tlatelolco eine Dekade der Aktion für tatsächliche Geschlechtergleichheit und eine Care Society (2025–2035) aus. Bereits am 7. August 2025 hatte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte Care als eigenständiges Menschenrecht anerkannt – als Recht, Care zu leisten, Care zu empfangen und als Recht auf Selbstfürsorge.
Die Care Society (Sociedad del Cuidado):
Ein internationales Referenzdokument
Grundlage dieser Entwicklungen ist das im August 2025 veröffentlichte ECLAC-Grundsatzpapier
„The Care Society. Governance, Political Economy and Social Dialogue for a Transformation with Gender Equality“
(spanisches Original: La sociedad del cuidado).
Der rund 150-seitige Bericht beschreibt, was eine Care Society (Sociedad del Cuidado) ausmacht und wie sie durch das Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gestaltet werden kann. Care wird darin als zentrale gesellschaftliche Infrastruktur verstanden.
Online-Lesung am 23. März 2026
Die Online-Lesung macht diese Entwicklungen im deutschsprachigen Raum sichtbar. Wir diskutieren gemeinsam, was Europa von Lateinamerika lernen kann.
Wann: Montag, 23. März 2026
Uhrzeit: 17:00–18:30 Uhr (CET, UTC +1)
Wo: Online | Weltweit
Anmeldung: events@caringeconomy.jetzt
Cuándo: lunes, 23 de marzo de 2026
Hora: 17:00-18:30 (CET)
América Latina y el Caribe: 10:00–14:30 (según el país)
Inscripción: events@caringeconomy.jetzt
Mitwirkende

Jana Vasil’eva ist in Deutschland und Lettland aufgewachsen und lebt seit zehn Jahren in Mexiko. Sie ist feministische Sozialwissenschaftlerin und arbeitete fünf Jahre lang als Programmverantwortliche bei Oxfam Mexico.
Heute versteht sie sich als Aktivistin und Forscherin. Ihre Arbeit bewegt sich in den Grenzbereichen zwischen den Kämpfen unbezahlter Care-Arbeiter*innen, der Implementierung der Care Society in Politik und Recht lateinamerikanischer Staaten sowie sozialwissenschaftlicher Forschung.

Ina Praetorius, Dr. theol., ist deutsch-schweizerische Doppelbürgerin, Sozial- und Wirtschaftsethikerin sowie freie Autorin.
Sie ist Mitbegründerin der Denk- und Handlungswerkstatt WiC (Wirtschaft ist Care), die 2016 in St. Gallen gegründet wurde, und engagiert sich seit vielen Jahren für eine Care-zentrierte Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik.
Eine umfassende Einordnung der Entwicklungen – inklusive Kontext, politischer Bedeutung und weiterführender Links – findet sich in zwei Textbeiträgen von Ina Praetorius:
Weitere Mitwirkende: Eine weitere Fachperson aus Österreich wird an der Online-Lesung teilnehmen. Anfrage läuft.

Durch die Veranstaltung führt Elisabeth Sechser, Organisationsberaterin, Expertin und Initiatorin der CaringEconomy.Jetzt. Elisabeth Sechser arbeitet weiters am unabhängigen Institut CloseEconDataGap, ist Teil vom Center for Partnership Systems, Mitglied der globalen Multi-Stakeholder-Community Global Alliance for Care und ist Unterstützerin vom Gleichstellungsrat Österreich.
Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden ausgewählte Passagen aus dem ECLAC-Bericht gelesen, eingeordnet und mit Blick auf Europa diskutiert.
Zentrale Fragen sind unter anderem:
- Welche Bedeutung haben Care Society und Compromiso de Tlatelolco für Europa?
- Wo gibt es Anschlussstellen zu bestehenden Care-Initiativen im DACH-Raum?
- Wie können diese Impulse für eine global Care-zentrierte Gesellschaft genutzt werden?
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für eine Care-zentrierte Wirtschaft und Gesellschaft interessieren, an Journalist:innen, Expert:innen und politische Entscheidungsträger:innen
Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an: presse@caringeconomy.jetzt
Veranstalterinnen
CaringEconomy.Jetzt, Wirtschaft ist Care und die Global Alliance for Care
Alle Initiativen setzen sich dafür ein, Fürsorge, Gleichwertigkeit und partnerschaftliches Zusammenleben ins Zentrum von Gesellschaft und Wirtschaft zu rücken.
