Damals, als es noch Alleinerziehende gab - Caring Economy
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Damals, als es noch Alleinerziehende gab

Es ist Dienstag, 6.40 Uhr. Als Leila zur Frühschicht aufbricht, schläft ihre Tochter noch. In der Wohnung gegenüber wohnt Flo. Später wird Flo mit den Kindern frühstücken und sie zur Schule begleiten. Leila übernimmt dann am Freitag den gemeinsamen Mittagstisch. Am Nachmittag ist ein Pädagoge im Gemeinschaftsraum des Wohnhauses. Sollte Leilas Dienst länger dauern, muss Leila weder um eine Ausnahme bitten, noch hektisch fünf Personen anrufen. Die Sorgegemeinschaft ist keine private Notlösung. Sie gehört zur sozialen Infrastruktur des Viertels.  Auch der Betrieb, in dem Leila mitarbeitet, ist Teil dieser Infrastruktur. Dienstpläne werden mit ausreichendem Vorlauf erstellt. Beschäftigte mit Sorgeverantwortung haben garantierte Mitspracherechte. Arbeitszeiten können in bestimmten Lebensphasen reduziert und später wieder aufgestockt werden. Das Unternehmen bezeichnet das nicht als „Entgegenkommen gegenüber Frauen“. Es nennt es verantwortungsvolles Unternehmertum und Sicherung seiner Wertschöpfung. Leila lebt allein mit ihrer Tochter. „Alleinerziehend“ nennt sie trotzdem niemand.

Leitartikel von Elisabeth Sechser, Ausgabe 03/2026, Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA)
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→ Hier zum gekürzten Artikel im ÖPA Journal >>



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