Pflege braucht Zukunft - Caring Economy
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Pflege braucht Zukunft

2 Bücher, 2 Expertinnen, 1 Thema anlässlich des International Day of Care and Support

Am 29. Oktober wird weltweit der International Day of Care and Support begangen. Mit diesem internationalen Aktionstag machen die Vereinten Nationen die Bedeutung von Pflege, Betreuung und Sorgearbeit auf höchster politischer Ebene sichtbar. Der Tag erinnert daran, dass Care-Arbeit keine private Angelegenheit einzelner Familien ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren jeder Gesellschaft und jeder Wirtschaft. Gleichzeitig ruft er Staaten dazu auf, Pflege- und Betreuungssysteme nachhaltig zu stärken und pflegende Menschen besser zu unterstützen.

Aus diesem Anlass laden wir zu einer Online-Lesung und einem Gespräch mit Elisabeth Potzmann und Ruth Kummer ein. Gemeinsam sprechen wir über die aktuellen Herausforderungen in der Pflege, persönliche Erfahrungen aus der Praxis und darüber, welche Veränderungen notwendig sind, damit der Grundauftrag „Pflege“ in Zukunft gut gelingen kann.

Pflege ist eine der größten Zukunftsfragen unserer Zeit. Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Bedarf an Unterstützung kontinuierlich. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis 2030 rund 2,3 Milliarden Menschen weltweit auf Pflege und Unterstützung angewiesen sein werden. Auch in Österreich wird der Großteil der Pflege von Angehörigen geleistet. Rund 80 % aller pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause betreut. Etwa eine Million Menschen übernehmen regelmäßig Pflege- und Betreuungsaufgaben, 73 % davon sind Frauen. Viele pflegen zusätzlich zu ihrer Erwerbsarbeit oder reduzieren ihre Arbeitszeit, um für ihre Angehörigen da zu sein. Ohne dieses Engagement würde das österreichische Pflegesystem nicht funktionieren. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel. Laut aktueller Bedarfsprognose des Sozialministeriums werden in Österreich bis 2030 rund 51.000 zusätzliche Pflege- und Betreuungspersonen benötigt. Diese Entwicklung zeigt deutlich: Pflege ist längst keine Randfrage mehr, sondern eine der entscheidenden Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft. Es braucht bessere Arbeitsbedingungen, politische Reformen und eine Kultur der Wertschätzung, die Pflege als unverzichtbare Grundlage unseres Zusammenlebens anerkennt.

Der International Day of Care and Support erinnert uns daran, dass eine zukunftsfähige Gesellschaft nur gelingt, wenn wir Sorgearbeit sichtbar machen, wertschätzen und gemeinsam Verantwortung dafür übernehmen..

Elisabeth Potzmann

Löcher stopfen – Pflegepolitik in Österreich zwischen Versagen und Hoffnung

Wie sieht gute Pflege in Zukunft aus – und wer wird sie leisten?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Elisabeth Potzmann in ihrem aktuellen Buch. Sie analysiert die Herausforderungen der österreichischen Pflegepolitik und zeigt auf, warum das bestehende System zunehmend an seine Grenzen stößt. Gleichzeitig entwickelt sie konkrete Lösungsansätze für eine Pflege, die den Bedürfnissen der Menschen auch in Zukunft gerecht werden kann. Aus ihrer langjährigen Erfahrung als Pflegeexpertin und Interessenvertreterin verbindet sie fundierte Analysen mit praktischen Einblicken. Sie spricht über den Personalmangel, notwendige Reformen und die Frage, wie ein Beruf, der für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist, wieder attraktiver werden kann.

Elisabeth Potzmann ist Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV), diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pflegewissenschafterin und Lehrende. Seit vielen Jahren setzt sie sich für die Weiterentwicklung der professionellen Pflege in Österreich ein.

Hier kannst du das Buch bestellen >>


Ruth Kummer

WHO CARES? – Pflege zwischen Erschöpfung und Aufbruch

Was bedeutet es, heute in der Pflege zu arbeiten? Und wie kann aus Erschöpfung wieder Hoffnung entstehen?

Ruth Kummer lässt in ihrem Buch Pflegekräfte selbst zu Wort kommen. Ihre Geschichten erzählen von hoher Verantwortung, Zeitdruck und fehlender Wertschätzung – aber auch von Menschlichkeit, Zusammenhalt und der Überzeugung, dass Veränderung möglich ist. Das Buch verbindet persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher Reflexion und zeigt, dass gute Pflege nicht allein von politischen Reformen abhängt. Sie braucht auch eine Kultur, die Fürsorge anerkennt und den Menschen hinter dem Beruf sieht.

Ruth Kummer arbeitete viele Jahre als diplomierte Pflegefachkraft und studierte anschließend Soziologie. Heute verbindet sie ihre Erfahrungen aus der Praxis mit gesellschaftlicher Analyse und setzt sich für eine Pflege ein, die Menschlichkeit und Würde in den Mittelpunkt stellt.

Hier kannst du das Buch bestellen >>

Wir freuen uns auf einen inspirierenden Abend mit zwei Autorinnen, die aus ihren Büchern lesen werden. Ihre unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen, warum Pflege eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft ist. Gemeinsam möchten wir darüber sprechen, welche politischen Veränderungen notwendig sind, was Pflegekräfte brauchen wie pflegende Angehörige aus der selbstverständlich zugeschrieben Hauptrolle entlastet werden können. Denn Pflege ist ein öffentlicher Auftrag und keine private Angelegenheit. Eine sorgende Gesellschaft zu sein, betrifft und alle.

Wann: Donnerstag, 29. Oktober 2026
Uhrzeit:17:00–18:30 Uhr
Wo: Online via Zoom
Anmeldung >>

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für eine Care-zentrierte Wirtschaft und Gesellschaft interessieren.

Eine Veranstaltung von CaringEconomy.Jetzt, Wirtschaft ist Care und die Global Alliance for Care. Alle Initiativen setzen sich dafür ein, Fürsorge, Geschlechtergerechtigkeit und partnerschaftliches Zusammenleben ins Zentrum von Gesellschaft und Wirtschaft zu rücken.



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